Deutscher Turner-Bund verlangt umfangreiche Kreativleistungen, ohne dafür eine Aufwandsentschädigung zu zahlen

Deutscher Turner-Bund Logo, Quelle: DTB

Wieder einmal eine Ausschreibung, die bei Agenturen und Kreativschaffenden für Kopfschütteln und Ärger sorgt. Dieses Mal ist es der Deutsche Turner-Bund, der anlässlich der Ausschreibung des Corporate Designs zum Turnfest 2021 bereits mit Abgabe des Angebots umfangreiche Kreativleistungen verlangt, ohne hierfür eine Aufwandsentschädigung zu zahlen.

Es ist die unendliche und leidige Geschichte von Ausschreibungen, in denen unbezahlte Designleistungen noch vor Auftragserteilung verlangt werden. Mit der Ausschreibung zum Internationalen Deutschen Turnfest Leipzig 2021 (Abgabefrist 08. Februar 2019) ist es nun der Deutsche Turner-Bund, der diesbezüglich ein weiteres unrühmliches Kapitel aufschlägt. Gegenstand der betreffenden Ausschreibung sind die Entwicklung eines Corporate Designs einschließlich der Erstellung eines Corporate Design Manuals. Gleich mit Abgabe des Angebots wird verlangt, ein Logo, einen Claim sowie vier „beispielhafte Designideen“ für Print-, Online-, Social-Media- und Powerpoint-Anwendungen einzureichen. Eine Aufwandsentschädigung gibt es hierfür nicht.

Unwissend oder unverfroren?

Wie so oft bei derlei Ausschreibungen wird von Seiten der verantwortlichen Stelle übersehen, dass bereits bei der Erstellung der im Vorhinein angeforderten Medien ein erheblicher Aufwand entsteht, gestalterischer wie vor allem konzeptioneller Art. Im Grunde muss die gesamte Designkonzeption erfolgen, will man die Ausschreibungsanforderungen erfüllen. An die Adresse des Auftraggebers, dem Verein Deutsche Turnfeste e.V., sei deshalb die folgende Information gerichtet: selbst bei einer auf maximale Effizienz ausgerichteten Konzeption/Kreation sitzt man als Gestalter an dieser Aufgabe mindestens (!) zwei bis drei Tage. Derart umfängliche Leistungen wissentlich ohne Zahlung einer Aufwandsentschädigung einzufordern, ist schlichtweg eine Unverschämtheit.

Eine Designkonzeption lässt sich nicht mit einem Bleistift in wenigen Strichen auf einem Blatt skizzieren. Den für die Ausformulierung von Ausschreibungen Verantwortlichen ist dies oftmals gar nicht bewusst. Die Krux ist, dass man dort Designleistungen anfragt, ohne zwischen Begriffen wie Skizze, Scribble, Layout, Moodboard, Entwurf, Gestaltungsidee, Konzept und Design differenzieren zu können. Das ist natürlich ein grundsätzliches Problem. Rein rechtlich mag die Ausschreibung vielleicht nicht zu beanstanden sein, aus wirtschaftlicher Sicht richtet sie jedoch einen schweren Schaden an. Weil auf diese Weise nämlich der Eindruck vermittelt wird, Designleistungen bekäme man umsonst. Ein für alle Betriebe innerhalb der Kreativwirtschaft fatales Signal.

Beim Deutschen Turner-Bund ist man sich der Problematik offenbar noch nicht so recht bewusst. So jedenfalls lässt sich das Antwortschreiben deuten, das an alle an der Ausschreibung interessierten Agenturen verschickt wurde und in dem bekräftigt wird, dass die im Zuge der Angebotsabgabe erbrachten Designleistungen tatsächlich unentgeltlich zu erbringen sind. Das Schreiben wurde dem dt freundlicherweise von Philipp Wiegandt zugespielt und kann an dieser Stelle heruntergeladen werden.

Die Vergabestelle beim Deutschen Turner-Bund beruft sich in ihrer Entscheidung, keine Aufwandsentschädigung zu zahlen, auf „rechtliche Regelungen“, wie es in dem Schreiben vage heißt. Im Detail heißt es: „Da der Auftraggeber als Zuwendungsempfänger strengen rechtlichen Regelungen unterworfen ist, besteht grundsätzlich nicht die Möglichkeit, im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung einer Vielzahl von Bietern ihre Entwurfskosten zu erstatten.“ Um aufzuzeigen, dass die Aussage des Turner-Bundes inhaltlich falsch ist, müssen wir einen Blick auf die Rahmenbedingungen werfen.

Öffentliche Auftraggeber dürfen sehr wohl Aufwandsentschädigungen zahlen!

Angewandt wird in diesem konkreten Fall die Vergabeordnung „Öffentliche Ausschreibung gemäß § 3 Absatz 1 Satz 1 VOL/A“. Hierzu ist zunächst einmal zu sagen, dass die VOL/A mittlerweile durch die Vergabeverordnung/VgV (für EU-weite Vergabeverfahren) und für den Bereich der nur national weiten Vergabeverfahren durch die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) vor drei Jahren abgelöst wurde. Für deren Inkraftsetzung sind die jeweiligen Bundesländer verantwortlich. Bis alle Länder die neuen Vergabevorschriften anwenden, wird es also noch eine Weile dauern. Die Prüfung und Wertung der Angebote erfolgt wiederum nach dem Sächsischen Vergabegesetz. In der alten VOL/A-Vergabeordnung ist die Erstattung von Entwurfskosten explizit vorgesehen! Dort heißt es nämlich unter Abschnitt 7f: „Verlangen die Auftraggeber, dass die am wettbewerblichen Dialog teilnehmenden Unternehmen Entwürfe, Pläne, Zeichnungen, Berechnungen oder andere Unterlagen ausarbeiten, müssen sie einheitlich für alle Unternehmen, die die geforderte Unterlage rechtzeitig vorgelegt haben, eine angemessene Kostenerstattung hierfür gewähren.“ Für alle jene, die sich im Verordnungsdschungel nicht so gut auskennen, sei hierzu erwähnt, dass der sogenannte wettbewerbliche Dialog lediglich einer von vier Vergabearten ist. Nach VOL/A gibt es a) das offene Verfahren, b) das nicht offene Verfahren, c) das Verhandlungsverfahren und eben d) den wettbewerblichen Dialog. Auch in der aktuellen Fassung des Vergaberechts, der Vergabeverordnung (VgV), ist im Rahmen des wettbewerblichen Dialogs die Zahlung von Aufwandsentschädigungen vorgesehen. Dort heißt es nämlich unter § 18 (10): „Der öffentliche Auftraggeber kann Prämien oder Zahlungen an die Teilnehmer am Dialog vorsehen.“ Die Behauptung, öffentliche Auftraggeber könnten im Rahmen einer Ausschreibung keine Entwurfskosten erstatten, ist schlichtweg falsch. Wie man es besser macht, zeigt beispielsweise die Ausschreibung zum Markenauftritt der Stadt Bochum, die in jeder Hinsicht vorbildhaft ist. Wenn selbst eine Stadtverwaltung sich zur Auslobung eines Pitch-Honorars bereiterklärt, dann können das auch Unternehmen der Privatwirtschaft oder auch Vereine.

Finger weg!

In Bezug auf die Ausschreibung des Deutschen Turner-Bundes muss die einzige Empfehlung lauten: Finger weg von dieser Ausschreibung! Kreativschaffende und Agenturen sollten um Auftraggeber, die eine solch dreiste Ausschreibung aufsetzen, einen großen Bogen machen. Wer dennoch Angebote einreicht, muss mit allem rechnen. Auch damit, dass das eigens hierfür erstellte Design nachträglich durch Mitarbeiter verändert werden kann, wie der Turner-Bund in dem Antwortschreiben unumwunden ausführt. Gratis-Entwürfe verlangen und sich dann auch noch offen halten, das Designkonzept nach Gut­dün­ken zu verändern. Ja gehts denn noch!? Eine solche Ausschreibung spricht Bände darüber, wie sich der Auftraggeber eine Kooperation vorstellt. Eine partnerschaftliche, auf gegenseitigem Respekt beruhende Zusammenarbeit ist offenbar unerwünscht. Kreativschaffende als reine Dienstleistungserbringer und Erfüllungsgehilfen.

Wer sich als Agentur auf eine Kooperation mit einem solchen Auftraggeber einlässt, muss eine masochistische Vorliebe und eine Freude an der Selbstzerstörung haben. Das Schlimme ist, dass alle jene Agenturen, die dem Aufruf zur Abgabe eines Angebotes folgen, der Branche einen Bärendienst erweisen, da sie nämlich gegenüber der ausschreibenden Stelle den Eindruck vermitteln, an den Vergabemodalitäten sei nichts zu beanstanden. Und dabei gibt es so vieles, was zu kritisieren ist. Im Rahmen der „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ bekennt sich die Bundesregierung zum fairen Wettbewerb zwischen bietenden Unternehmen. Was aber soll fair an einem solchen Wettbewerb sein, wenn Unternehmen zur unentgeltlichen Abgabe ihrer Leistungen, wenn schon nicht gezwungen, so aber doch genötigt werden?! Süffisant heißt es hierzu vom Turner-Bund, es bestünde „keinerlei Verpflichtung, sich an der Ausschreibung durch Abgabe eines Angebots zu beteiligen“. Nun, es besteht auch keinerlei Grundlage dafür, Gratis-Entwurfsarbeiten von Bietern einzufordern.

Vorwurf: die Ausschreibung verstößt gegen den Grundsatz der Nicht-Diskriminierung

Kritisch ist das Vorgehen des Deutschen Turner-Bundes auch in Bezug auf die im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen anzustrebende Gleichbehandlung der Unternehmen zu bewerten. Denn teilnehmen können an der Ausschreibungen nur jene Agenturen, die im Stande sind, derart umfangreiche Arbeiten auf eigene Kosten zu stemmen. Während für große Agenturen die Teilnahme an Pitches, Wettbewerben und Ausschreibungen zum Tagesgeschäft gehört und die hierbei entstandenen Mehrkosten, beispielsweise auch für eigens hierfür abbestellte Mitarbeiter, problemlos getragen werden können, bleibt die Teilnahme kleinen Agenturen und Selbstständigen, sofern sie nicht vorhaben sich selbst in den Ruin zu treiben, verwehrt.

Nach Auffassung von Philipp Wiegandt verstößt die Ausschreibung daher gegen den Grundsatz der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL), in der es heißt: „Bei der Vergabe von Aufträgen darf kein Unternehmen diskriminiert werden.“ Denn, wie Wiegandt weiter ausführt, erfordert es eine beträchtliche eigenfinanzierte Investition seitens des Bieters, um unentgeltliche Leistungen dieser Art erbringen zu können. Diese kann jedoch nicht jeder Bieter leisten, obwohl gegebenenfalls die Qualifikation vorhanden ist. Wenn also kleine Agenturen (indirekt) ausgeschlossen werden, kann man ein solches Vergabevorgehen wohl kaum als einen fairen Wettbewerb bezeichnen. Abgesehen davon sind unentgeltliche Entwurfsarbeiten, wie sie der Deutsche Turner-Bund verlangt, in den Vergabeordnungen (weder in alten noch in der neuen Fassung) überhaupt nicht vorgesehen. Zur Überprüfung von „Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit“ müsste eigentlich, schließlich leben wir im 21. Jahrhundert, ein Blick auf die digitale Präsenz einer Agentur genügen, wo Referenzen wie auch Beispiele von Arbeiten einsehbar sind. In keiner Vergabeordnung steht geschrieben, dass zum Nachweis der Leistungsfähigkeit Entwurfsarbeiten angefordert werden müssten!

Ausschreibungen, wie die des Deutschen Turner-Bundes sind mit ein Grund dafür, dass Agenturen und selbstständige Kreativschaffende regelmäßig geradezu obszöne Auftragsanfragen erhalten. „Machen sie doch mal drei, vier Entwürfe, und ich überlege mir, ob ich ihnen dann einen davon abkaufe“. Schon klar. Das ist in etwa so, als würde man bei zig Bringdiensten Pizzen bestellen, und nur für jene Pizza bezahlen, die einem am besten geschmeckt hat. Da dies völlig absurd ist, macht das auch niemand. Aber Designer darf man in dieser Weise über den Tisch ziehen? Ein Beispiel aus einer anderen Branche: wie würde wohl ein Bauunternehmer reagieren, wenn man von ihm verlangte, probeweise einen Haussockel für lau zu gießen, sodass man sich einen Eindruck von dessen Leistungsfähigkeit verschaffen kann? „Get your ass out of here!“. So würde er reagieren.

Das eigentliche Problem

Es ist dreist und unverschämt, was Auftraggeber zum Teil von Agenturen verlangen. Der Deutsche Turner-Bund ist lediglich einer von vielen, die bei diesem miesen Spiel mitmischen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Misere zum Großteil von den Betrieben innerhalb der Kreativbranche selbst verschuldet ist. Eben, weil es nach wie vor viele schwarze Schafe Bieter gibt, die trotz allem an unfairen Ausschreibungen teilnehmen. Den Wettbewerb zu ignorieren, ist auch keine Option. Es bringt rein gar nichts, sich im Stillen über unzumutbare Ausschreibungsbedingungen zu ärgern. Stattdessen sollten/müssten alle Agenturen ihren Unmut öffentlich kundtun, gegenüber der ausschreibenden Stelle wie auch gegenüber der Bundesregierung. Liebe Kollegen, schickt den Verantwortlichen eine E-Mail und weist sie auf die Problematik hin! Macht den Mund auf! Und macht nicht schon wieder die Berufsverbände für die unbefriedigende Situation verantwortlich. Statt die Verantwortung abzuschieben, wäre es sinnvoll, andere Kollegen darüber aufzuklären, welch großen Schaden sie damit anrichten, wenn sie an derlei Ausschreibungen teilnehmen. Wenn man möchte, dass sich die Dinge ändern, reicht es nicht in der Hosentasche eine Faust zu ballen. Say no to spec work! #saynotospec

36 Kommentare zu “Deutscher Turner-Bund verlangt umfangreiche Kreativleistungen, ohne dafür eine Aufwandsentschädigung zu zahlen

  1. Wo liegt das Problem? Ein ganz normaler Pitch.

    Verlangen Handwerker etwa auch „Aufwandsentschädigungen“ für erstellte Angebote/Leistungsverzeichnisse?

    • Der Handwerker installiert dir aber nicht schonmal nur so „zum gucken“ und kostenfrei die Badarmaturen und verlegt einen Teil der Fliesen, bevor er den Auftrag bekommt.

    • Ein Handwerker macht noch nicht mal einen KVA gratis! Geschweigedenn Probearbeiten!
      Oder versuche das mal bei einem Anwalt. Hier wird ab der ersten Minute abgerechnet. 150 bis 250€ pro Stunde.
      Willst Du es mal bei Deiner Autowerkstatt oder beim Chirurgen, beim Bäcker oder beim Masseur versuchen? Wer ist denn so dumm und arbeitet ohne Auftrag und Bezahlung?
      Der Autor hat 100% recht. Es ist eine wirtschaftsschädigende Unverschämtheit jemanden um unbezahlte Arbeit zu bitten.

      • Der Vergleich hinkt. Beim Anwalt gelten gesetzliche Gebühren. Die Erstberatung ist auch gedeckelt.
        Ähnlich wie bei Ärzten und anderen Berufen.

        Im Designbereich ist das Entgelt für Leistungen tatsächlich sehr erfolgsorientiert. Wenn der Arzt dich nicht heilen kann oder der Anwalt vor Gericht verliert bekommej beide genauso viel für ihre Leistungen, wie im Erfolgsfall. Im Design undenkbar.

        Meiner persönlichen Meinung nach setzt solch ein Sportbund vielleicht auch einfach darauf, dass mancher Designer, der selbst zB Turner aus Leidenschaft ist oder zB in der Jugend war, den Pitch so ein bisschen als pro bono Arbeit sieht. Ist ja schließlich nicht für einen Autokonzern.

        Ich persönlich arbeite aber auch nicht gratis, auch nicht für Mutter Theresa. Ich kann den Blogeintrag gut verstehen.

    • Das Problem sind Leute wie du, die das noch in Ordnung finden, Menschen unentgeldlich arbeiten zu lassen. Stimme dem dt hier uneingeschränkt zu.

  2. »Verlangen Handwerker etwa auch „Aufwandsentschädigungen“ für erstellte Angebote/Leistungsverzeichnisse?«

    Hallo Chris, hast Du den Artikel eigentlich gelesen? — Welcher Handwerker repariert denn »auf Probe« oder tischlert Dir ein Sideboard, damit Du mal gucken kannst, ob es Dir gefällt. Zumal der Handwerker noch nicht einmal weiß, ob Du überhaupt genug Geld hast, um ihn ggf. bei Gefallen kostendeckend zu bezahlen. Denn sein Angebot gibt er Dir ja erst, wenn auch das Sideboard an Deiner Wand hängt. Ach ja, ob es dort (von ihm) zur Demonstration fachgerecht montiert wird, weiß er auch nicht. Und falls Du Dich doch später dazu entschließt, ihn montieren zu lassen, weiß er nicht, wann und wie weit die Anfahrt ist. — Darauf lassen sich, wenn überhaupt, nur »Gestalter« ein.

  3. Ich verstehe dein Anliegen voll und ganz.
    Wie du selbst schreibst ist „…die Misere zum Großteil von den Betrieben innerhalb der Kreativbranche selbst verschuldet…„. Solange es einen „Markt“ gibt und dieser von Designern/Agenturen bedient wird, wird sich daran aber auch nichts ändern.
    Ich kenne keinen Handwerker, der mal eben so dein Bad einrichtet nur um in Zukunft zu hoffen, dass er dein Haus einrichten darf – bei (einigen/vielen) Designern läuft das aber so, sie machen dir ne Visitenkarte in der Hoffnung danach dein CI/CD erstellen zu dürfen.

    • Nur am Rande: Es gibt sogar Handwerker, wie diesen Fliesenleger* aus dem SPIEGEL-Artikel neulich, die gewisse Auftraggeber gar nicht erst bedienen wollen. Handwerker in Ballungszentren können sich das zur Zeit leisten, weil gebaut und renoviert wird als gäbe es kein Morgen und weil Handwerkermangel herrscht. Anbietermarkt.

      *Bei ihm waren es nervige, erbsenzählende Arroganzlinge, die mit dem µ-Meter Fliesenfugen-Stärken nachmessen und derlei Schabernack. Meist Audi-/BMW/ …-Ingenieure, mehr mit Riesenego und theoretischem Wissen ausgestattet denn mit Praxisnähe. Alle rausgeschmissen.

    • Hi Lucky,

      „unsere“ Berufsverbände machen auf derlei Wettbewerbsbedingungen aufmerksam und erarbeiten Regelwerke für Ausschreibungen. Wenn es die Kapazitäten zuliessen, wären darüberhinaus sicher noch andere Maßnahmen drin. Leider sind „unsere“ Berufsverbände nicht gerade von regem Mitgliederzulauf oder Engagement geprägt, deren Einfluss hat dann ganz schnöde personelle und finanzielle Grenzen.

      Von viel „man müsste mal“ kann sich niemand etwas kaufen: davon wird kein Brief geschrieben, kein Anwalt befragt und kein Blogartikel veröffentlicht. Solltest du selbst Mitglied in einem unserer Verbände sein, weißt du das ja sicher. :-)

      • Da unsere Berufsverbände dann scheinbar keine schlagkräftige Lobby darstellen kann ich sie nicht ernstnehmen. In DE zahlt niemand für das Design an sich. DE ist lieber geschmacklos und günstig. Und manchmal sogar effizient. Eher aber im Hinblick auf die Produktionskosten. Ich würde an solchen Ausschreibungen nicht teilnehmen.

      • Preisfrage: wie wird aus einem Haufen ach so individueller Individuen denn eine „schlagkräftige Lobby“?
        Ganz einfach: In dem sie sich organisieren.

        Leider scheuen wir Designer fuzzies jede Form von Vereinsmeierei – man verlegt sich lieber aufs Jammern, aufs die Pflege des eigenen hemdes (eifriger spec-work) oder wie vermutlich die meisten, vereint beides. Man lässt sich nach kräften ausnutzen und schimpft auf Kunden und Konkurrenten gleichermassen.

        Seit dem ich kennengelernt habe, welche Arbeit die Aktiven in den Verbänden leisten, kann ich meinen eigenen Berufstand nicht mehr wirklich ernst nehmen. Die seit Jahrzehnten beklagten Misstände sind immergleich, aber nur eine traurig kleine Minderheit kommt zu der Konsequenz, im zusammenschluss aktiv zu Verbesserungen beizutragen. Alle anderen machen … nichts.

        Da wir alle völlig frei sind, ist das schon ok. Ich verstehs bloss eben nicht. Nahezu jede interessensgruppe organisiert sich um lobby-arbeit betreiben zu können, um ihrer stimme Gehör zu verschaffen. Warum bekommen die Designer das nicht gebacken? (Und das ist explizit kein Henne/Ei-problem: die existierenden Verbände arbeiten bereits, mehr arbeiten könnten sie mit mehr Mitgliedern… )

      • Der Begriff Design ist rechtlich nicht geschützt. Damit fängt es schon an. In den Studiengängen werden keinerlei BWL Kenntnisse vermittelt. Die Arbeitsplätze sind sehr unsicher. Ab 30 Jahren zählt man zum alten Eisen. Deshalb müssen sich viele selbständig machen. In den Stellen anzeigen wird immer die eierlegende Wollmilchsau gesucht. Von Agenturen! Agenturen bilden aus und übernehmen niemanden. Das nennt sich dann GWA. Agenturen hatten Angst vor der Mindestvergütung für Praktikanten nach einem Studium. Agenturen geben freie Mitarbeiter als Festangestellte auf ihren Websites aus. Agenturen erwarten dass man aufgrund eines Tischkickers und Pizza bis abends um 20 Uhr kostenfrei Überstunden macht. Agenturen entlassen Frauen nach der Elternzeit. Das Berufsfeld ist ein Fass ohne Boden. Einige Berufsverbände machen einem die Mitgliedschaft nicht gerade leicht (Aufnahmekriterien). Einige Designpreise werden mit der Gieskanne verteilt. Wieso werben Berufsverbände nicht an den Hochschulen?

      • Hi piet,

        Wieso werben Berufsverbände nicht an den Hochschulen?

        die Frage nach dem „Wieso“ hat meist eine immergleiche Antwort: Aus Kapazitätsgründen. (Wo ich immer auf die beschämend niedrige Mitgliederzahl der Designverbände zurückkomme). Ein Verband den ich kenne, geht übrigens aktiv und regelmässig an Hochschulen, einerseits um für sich selbst zu werben, andererseits um die in einigen Bereichen völlig unzureichenden Lehrpläne wenigstens mit etwas praxisnaher Information auszukleiden.

        Auf jede Anklage eines Misstandes muss doch wenigstens ein Lösungsangebot kommen? Die meisten Misstände, die wir Designer seit Jahren immer wieder beweinen, sind nur durch eine übergeordnete Organisation halbwegs wirksam zu bekämpfen. Durch eine starke Stimme in der Branche und eine starke Stimme in politischen Gremien.
        Solange Designer und Designerinnen allerdings lieber weiterhin jeder für sich vor sich hin wurschteln, wird sich nie irgendwas ändern.
        Zumindest nicht in unserem Sinne…

      • Wollte nicht ausgerechnet die Linkspartei nichts für erbrachte Leistungen bezahlen? Im Rahmen der letzten Kampagne? Oder hab ich das komplett falsch verstanden? Jedenfalls scheinen Designer eher mit den unwirtschaftlichen Parteien zu sympathisieren. Designer sollten sich ganz flux mit den zukünftigen Informatikern gut stellen.

  4. Agenturen … und Designer … ganz normal. Sogar unverlangt machen die das!
    Um hier mal aufzuklären.

    Ich weiß über verärgerte Grafiker von dort oben von einer Bayreuther Agentur, die trabt – jedesmal – noch vor genauer Kenntnis der Auschreibungs-Aufgabenstellungen mit zig Pappen beim Ausschreiber vorbei und „brilliert“ mit unverlangtem (!) spec work.

    Solange solche Ausschreiber sich gebauchpinselt fühlen bei unverlangten Werken und das professionell finden, wird sich nichts ändern.

    In meiner eigenen Familie. Bei der ein Familienmitglied, damals bei einer halbstaatlichen Stelle tätig, eine Ausschreibung für Broschüren machte und mich ebenfalls aufforderte, (ohne familiäre Sonderrechte) offiziell mitzumachen …, da ist bei denen flugs ein Grafikbürschlein reinspaziert und hat, noch bevor er zu wissen bekam, was er genau zu machen und zu bepreisen hat, unverlangt eine arbeitsaufwändige Range neuer Entwürfe vorgelegt. Die Damen und Herren dort waren begeistert und fanden das sehr professionell, einschließlich meines hochstudierten Familienmitglieds. (Welches ich im stillen Kämmerlein dezent aufklärte, dass das unfairer, kompetitiver Marketing-Unfug von Verzweifelten oder Auftragsgierigen sei. Wusste das Familienmitlied nicht, danach erst.) Es war im Gremium auch jemand aus meiner früheren Großagentur, die fand dieses Spec Work auch ganz toll. Naja, ich weiß ja wers war …

    Die ändern nie was.
    Käufermarkt.

    Meine Meinung: Agenturen, die offiziell nach vorne wettern, machen scheinheilig hintenrum doch oft was anderes. Ich glaube niemandem mehr. Diese Branche ist korrupt bis zum Stehkragen.

  5. Der Vergleich Handwerker – Kreativer hinkt natürlich.

    Wie eine Wanne ungefähr aussieht, weiß man als Handerwerkerkunde zuerst einmal schon. Man bestellt dieses hübsche Ding zusammen mit dem Handwerker aus dem Katalog, mit oder ohne Füße, oder es befindet sich bereits im Ausstellungsraum. Da sieht man, was man bekommt. Und krumm geklebte Fliesen kann man reklamieren.

    Der Kreative macht idealerweise etwas komplett Neues in die Zukunft.
    Sein „Bäder“-Ausstellungsraum ist: sein Design-Portfolio.

    Das Problem bei Kreativen ist, dass Auftraggeber/Kunden mangels kultureller Grundbildung nicht mehr so gut wie früher in der Lage sind, das Portfolio und die kreative „Handschrift“ des Designers zu beurteilen, ob es für sie passt.

    Ich bekomme immer häufiger Anfragen von Leuten, die sich null für mein Portfolio und meine kreative Handschrift und kreative Haltung interessieren. Sie marschieren quasi blind durch den Ausstellungsraum. Sie glauben, wenn „der Preis passt“ und wenn sie danach nur energisch genug auf mich als Designautomat eindreschen, der per Fernbedieung als ihr verlängerter Mouse-Arm zu funktionieren hat, mache ich ihr Reisig zu Gold und alles nach „ihrem Geschmack“, ihrer „Handschrift“

    Welche meist auch noch ein schlechter ist.

    Sie wundern sich, wenn ich zuerst mit einen umfangreichen Fragenkatalog an sie herantrete. damit ich weiß, was auf mich zukommt.

    Meist, oder immer öfter, sage ich jedoch ab. Was soll das werden mit Herrschaften, die sich nicht einmal (Achtung Metapher) die Bäder ansehen wollen, die ich bereits gemacht habe, oder wenn doch (uups) und dann auch noch arglos fragen, ja, das war Bad im Erdgeschoss, können Sie auch Bäder im 3. Stock?

    Wahnsinn.
    Grüße an alle Verzweifelten und Bedrängten.
    Ich bin froh, dass ich mich in wenigen Jahren zur Ruhe setzen kann. Werde nur noch Rosen züchten.

  6. Es gibt einfach zuviele „Kreative“ und der qualitative Unterschied zwischen den Top-Leuten und der breiten Masse ist einfach nicht groß genug. Für die meisten reicht einfach der fünfte Aufguss des Üblichen. Warum sollten die Auftaggeber für etwas zahlen, das sie auch kostenlos bekommen? Es wird niemand gezwungen sich an solchen Ausschreibungen zu beteiligen. Alle die auf sowas angewiesen sind, stechen halt nicht heraus aus den Massen.

    • So ist es.

      An Ausschreibungen nehme ich grundsätzlich nicht mehr teil, selbst wenn ich aufgefordert werde (manuelle Vergaben). Schon lange nicht mehr. Die Auschreibungsbedingungen, die Formulare sind für mich Begegnungen der Dritten Art. Die Bürokratie bewältigen zu müssen, tötet mir jede einzelne kreative Synapse im Vorfeld: Es macht einen fertig.

      • Knut, da ist was wahres dran. Wobei ich persönlich (natürlich!) schon der Meinung bin, dass es gehörige qualitative Unterschiede im „Design-Angebot“ gibt. Allerdings bin ich auch überzeugt davon, dass eine große Mehrheit fachfremder Menschen nicht über die Möglichkeit verfügt diese Unterschiede zu erkennen. Ich bin da bei Moritz, der die ganz grundlegenden Mängel kultureller Bildung anklagt.

        Das zutiefst unbefriedigende an öffentlichen Ausschreibungen ist meiner Erfahrung nach die Verbindung der aufwändigen Bewerbung mit den intransparenten Entscheidungsprozessen. Ich unterstelle mal frech, dass die wenigsten Entscheidergremien professionelle und qualifizierte Unterstützung bei der Bewertung von Anbietern einholen….

    • Warum sollten die Auftraggeber für etwas zahlen, das sie auch kostenlos bekommen?

      Aus dem gleichen Grund, aus dem man für ein Herrenhemd 30 Euro und mehr ausgibt, anstatt 3 Euro. Damit den verantwortlichen Arbeitern ein Lohn gezahlt wird, der ihnen ihre berufliche Existenz sichert. Sicher, wenn bei einem der ethische Kompass nicht richtig funktioniert, wird man darin kein erstrebenswertes Ziel erkennen. Erfreulicherweise hat auf Nachhaltigkeit basierendes Handeln die Geiz-ist-geil-Mentalität der 00er-Jahre wenn auch nicht vollkommen verdrängt so aber doch den Rang abgelaufen.

      Darüber hinaus möchte ich Dir vehement widersprechen lieber Knut: Der Unterschied, zwischen einem Gratis-Entwurf „aus der breiten Masse“ und einem Designkonzept, das in partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen einer professionell arbeitenden Agentur und einem engagierten, verantwortungsvollen Auftraggeber entstehen kann, könnte nicht größer sein. Der Unterschied ist selbst für das nicht-geschulte Auge zu erkennen. Das ist wie Fischstäbchen vom Lebensmittel-Discounter neben frisch gefangenem und zubereiteten Alaska-Seelachs. Wer Gratis-Entwürfe anfragt, wird auch immer nur Discount-Ware bekommen.

      • Hallo Achim,

        ich seh tatsächlich nicht alles gänzlich schwarz, überspitze aber mal ein bisschen um mich deutlicher auszudrücken:
        Die Deutschen haben in vielen Bereichen eine fragwürdige Einstellung zu Qualität. Gerade weil die die Lebensmitteldiscounter ansprichst: Sind wir nicht Europa-weit eine der Nationen, die am allerwenigsten Geld für ihre Ernährung ausgibt? Sind wir nicht das Land in denen die Eigentümer von Aldi und Lidl zu den 5 reichsten Bürgern zählen?

        Ein fast unkaputtbares Verhältnis zu Qualität haben die Deutschen nur zu ihren Autos. Alles andere ist verhandelbar, und im Zweifel schlägt der Preis jedes andere Kriterium.

        Und selbstverständlich sieht auch ein ungeschultes Auge einen Unterschied zwischen dem Erscheinungsbild von Apple und dem Comic-Sans Forex-Ladenschild der Fahrschule XYZ. Streiche aber mal die oberen und unteren 15% der Grafik-Realität weg – im Raum dazwischen ist der fachfremde Bürger verloren, da fehlt es an Grundbildung, Verständnis und Wertschätzung. Und uns oft an Mitteln, neben dem künstlerischen und kulturellen Mehrwert auch die anderen handfesten Mehrwerte guten Designs zu benennen und vor allem zu belegen.

      • Ein kurzer Fun-Fakt am Rande, auch wenn ich dir da grundsätzlich zustimme: der Vergleich zwischen Alaska-Seelachs oder auch Seelachs und Fischstäbchen ist hier nicht gerade Zielführend. Denn beim Seelachs handelt es sich um einen erfunden Namen der Lebensmittelindustrie. Der Seelachs gehört nicht zu den Lachsen, sondern zu den Dorschen und hieß bis in die 30er Jahre Köhler. Das verkaufte sich aber nicht so gut. Es handelt sich hierbei also eher um Etikettenschwindel. Dazu bestehen Fischstäbchen tatsächlich oft aus dem günstigeren Seelachs.
        Also vergleichen wir professionelles Design lieber nicht mit dem Vorgaukeln einer Qualität die gar nicht vorhanden ist ;)
        Eher ist der kostengünstige Entwurf eines schlechten Designers der Seelachs, denn er versucht etwas als wertvoller und qualitativer zu verkaufen als es ist und der gute Designer/ Agentur ist in dem Fall der richtige Lachs.

        Das Ganze habe ich übrigens von Marteria gelernt, der das immer wieder erwähnt. Ist mir irgendwie im Kopf geblieben :D

        Nachzulesen unter anderem hier:
        https://www.shz.de/tipps-trends/ernaehrung-gesundheit/warum-der-alaska-seelachs-gar-kein-lachs-ist-id19149701.html
        https://rp-online.de/leben/gesundheit/ernaehrung/seelachs-der-erfundene-fisch_aid-15780139

      • Natürlich gibt es wahrnehmbare Unterschiede. Die meisten sind jedoch mit dem Discounter-Ergebniss/Preisleistungsverhältnis zufrieden. Anscheinend schaffen es die Kommunikationsdesigner entweder nicht ihre eigenen Werte an ihre potentiellen Kunden zu transportieren oder der Bedarf an hochwertigem Design ist einfach nicht groß genug.

        Und die deutsche Kreativbranche mit Arbeitsverhältnissen der Textilbranche in z.B. Bangladesch zu vergleichen ist dann schon ein wenig übertrieben. Es gibt halt sehr viele die sich lieber für (fast) nichts schöpferisch betätigen als für ein wenig mehr „ganz normal“ zu malochen. Eine Alternative dazu hätten die meisten zur Zeit jedoch. Sie würden nicht verhungern oder auf der Straße sitzen. Es ist auch eine Lifestyle-Entscheidung.

  7. Firmen oder hier Vereine, die einen Pitch dieser Art an Agenturen geben, sind nur zu faul, sich die Arbeit zu machen eine geeignete Agentur zu suchen. Denn es ist wichtig das man menschlich und kreativ zueinander paßt. Zwei Menschen können sich dabei riesig hochschaukel und Großes schaffen. Mit einem Pitch dauert es Jahre bis man sich richtig kennt.
    Die besten C.I.s und schönsten Kampagnen sind in unserem Hause nicht durch einen Pitch zustande gekommen.
    Wir honorieren, wenn uns ein Kunde aussucht.

  8. Eine ähnlich absurde Ausschreibung gibt es gerade in NRW. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung WL möchte im Rahmen einer Ausschreibung ein Logo und eine Webseite gestaltet bekommen.

    Dort heisst es unter Punkt 25 der Bewerbungsbedingungen:
    Die Bieter erstellen für und unter Verwendung des Vordrucks „Qualitätskonzept“ ein aussagekräftiges Qualitätskonzept. Dieses Konzept muss eine Präsentation beinhalten, die
    erste Gestaltungsideen für den zukünftigen Aufbau der Website sowie Screen Designs der
    Startseite, einiger Unterseiten und den Entwurf eines neuen Logos (für die Desktopvariante
    und mobile Darstellung) beinhaltet. Auch ein technisches Konzept wird gefordert. Dies beinhaltet die geplante technische Umsetzung der genannten Module sowie das geplante Content Management System). Um kostengünstige und zeitnahe Absprachen zu ermöglichen soll das Konzept auch die Arbeitsweise beschreiben und mit welchen Tools Abstimmungsprozesse o. ä. durchgeführt werden. Auch sollte das Konzept eine erste Analyse der aktuellen Website enthalten, um nachzuvollziehen, warum gewisse Änderungen am aktuellen Konzept empfohlen werden.

    Auf unsere Frage, ob ein Präsentationshonorar für die umfangreichen Leistungen gezahlt wird, bekamen wir dann diese Antwort:
    „Weder die Bewerbungsbedingungen noch gesetzliche Regelungen sehen im vorliegenden Falle eine Vergütung des Qualitätskonzepts im Vergabeverfahren vor. Es würde unüberschaubare finanzielle Risiken für die KZVWL bergen, wenn jeder Bieter bei einer öffentlichen Ausschreibung allein durch Angebotsabgabe einen Anspruch auf Zahlung eines Präsentationshonorars hätte.“

    Na Hauptsache die Risiken bei den Agenturen sind überschaubar :-)

    • „Weder die Bewerbungsbedingungen noch gesetzliche Regelungen sehen im vorliegenden Falle eine Vergütung des Qualitätskonzepts im Vergabeverfahren vor. Es würde unüberschaubare finanzielle Risiken für die KZVWL bergen, wenn jeder Bieter bei einer öffentlichen Ausschreibung allein durch Angebotsabgabe einen Anspruch auf Zahlung eines Präsentationshonorars hätte.“

      Auch diese Aussage ist grober Unfug! Offenbar möchten Auftraggeber wie der Turner-Bund und die KZVWL Kreativschaffende für dumm verkaufen. In keiner Vergabeordnung findet sich eine Vorgabe, wonach ein „Qualitätskonzept“ von den Bietern einzufordern wäre. Ziel jeglicher Ausschreibung ist der Nachweis der Leistungsfähigkeit. Um diese festzustellen, bedarf es keiner Gratis-Entwürfe!

      Die Landeshauptstadt Hannover macht es besser: Aktuell wird das Redesign der städtischen Webpräsenz ausgeschrieben. Zur Angebotsphase werden lediglich drei bis fünf Bewerber eingeladen – und alle erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 4.000 Euro.

    • Das Schlimmste an der Sache ist eigentlich nicht die dreiste Ausschreibung, sondern die Tatsache, dass daran womöglich trotzdem einige Designer oder Agenturen teilnehmen. Und falls es mies läuft u. U. Ideen kopiert werden könnten. Kein Wunder dass niemand mehr in Agenturen arbeiten möchte.

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